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Produzentenräume bisher nur Randphänomen

Obgleich sich die Kunstgeschichte als eine Folge aus vielgestaltigen Zusammenschlüssen von Künstlern und Kulturakteuren lesen lässt, wird das Phänomen „kollektive Selbstorganisation“ in der Wissenschaft bisher zu wenig behandelt.

 

Im Kunstfeld der letzten Jahre fand zunehmend eine spezifischere Diskussion dieses Themenfeldes in Form von Tagungen und Projekten statt, die für ein Anwachsen an interdisziplinärem Austausch und Reflexion gesorgt haben und zu denen verstärkt auch VertreterInnen von Produzentenräumen eingeladen werden. Ihre Aktualität wird offensichtlich erkannt, in der wissenschaftlichen Forschung werden sie jedoch oft nur als Begleitsymptome oder Indikatoren genannt und sind nur vereinzelt Hauptthema.          

 

Noch seltener tauchen sie in der Kreativwirtschaftsdebatte auf, obgleich ihre dezentrale Arbeitsstruktur mit dem Fokus auf Teamarbeit und Networking - mehr noch als der allein agierende Künstler - geradezu prototypisch die Kriterien einer „freien, flexiblen und kreativen Vergemeinschaftung“ zu erfüllen scheint und sie damit ein wichtiges Untersuchungsfeld zur Diskussion um neue selbständige Arbeitsformen abgeben.

 

 

Was bislang fehlt...

 

...ist eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung, die Produzentenräume mit ihrer sehr speziellen Ausprägung als Hauptthema in den Mittelpunkt rückt und kritisch entlang der benannten Forschungsfragen verortet.

 

Die Arbeit gliedert sich daher wie folgt:

 

Eine sozialwissenschaftliche empirische Erhebung sorgt für eine erste Bestandaufnahme der gegenwärtigen, bisher nicht erfassten Initiativen (quantitative Analyse).

Das so gewonnene Basismaterial wird in einer qualitativen Analyse erweitert untersucht und in Bezug auf das Selbstverständnis, die Arbeitsstrukturen und den kulturellen, sozialen wie ökonomischen Stellenwert der befragten Selbstorganisationen interpretiert.

 

Eine kunstwissenschaftliche Herleitung unterfüttert die Untersuchung, indem sie die historische Entwicklung selbstorganisierter Künstlerinitiativen anhand ausgewählter Fallbeispiele skizziert und damit einen Früher-Heute Vergleich ermöglicht.

 

Mit diesem interdisziplinären Methodendesign leistet das Forschungsvorhaben wissenschaftliche Pionierarbeit und einen besonderen Gewinn für den Diskurs um die sich wandelnden Arbeitsverhältnisse im 21. Jahrhundert.